In den letzten 2 Jahren haben viele smarte Geräte bei uns Einzug gehalten. Zum Teil handelt es sich dabei um kleine, handliche Geräte, wie z. B. Glühbirnen, zum Teil sind es aber auch sehr große, wie Küchenmaschinen oder Saugroboter, die dementsprechend viel Platz benötigen.

Unsere Geräte müssen umziehen

Ich erinnere mich, dass im ersten Projektjahr 2 Schränke für alle Geräte ausgereicht haben. Im zweiten Jahr wurde das schon knapp und ich breitete die Kartons im Umkreis meines Schreibtisches aus. Allerdings habe ich kein eigenes Büro, sondern teile mir das mit mehreren Mitarbeiter*innen des PIKSL Labors. Darauf ist natürlich Rücksicht zu nehmen, es soll ja niemand über die Pakete stolpern.

Hinzu kam, dass im Zuge von Corona, unser Büro vermessen und für zu klein für so viele Mitarbeiter*innen befunden wurde. Fortan durften nur noch 5 Arbeitsplätze gleichzeitig und in vorschriftsmäßigem Abstand besetzt werden. Dies hatte zur Folge, dass unsere Geräte umziehen mussten und so wanderten sie in den Keller unter die Treppe.

Kurze Zeit später gab es aber eine Sicherheitsbegehung in unseren Räumen, woraus sich eine Handlungsanweisung entwickelte, die besagte, dass im Keller unter der Treppe nichts stehen darf: Fluchtweg!

Eine eigene Smart Home Wohnung

Und was jetzt? Im Keller führt eine Tür in ein – für mich – undurchsichtiges Labyrinth von weiteren Kellerräumen. Dorthin begibt man sich eigentlich nur, wenn man am Datensicherungskasten etwas tun muss. Da ich das nicht muss, sondern höchstens mal Mitarbeitende von der IT Abteilung, hatte ich nur eine vage Ahnung von weiteren Räumen, die dort für das PIKSL Labor schlummerten.

Nach einer Besichtigung stellte sich ein Raum jedoch als lagertauglich für unsere Geräte heraus. Und nicht nur das! Wir fanden, dass der Raum groß genug ist, um dort evtl. eine Smart Home Wohnung zu simulieren. Zusehends begeistert von unserer Idee, wurde der Raum hergerichtet, denn er sah wirklich übel aus.

Die Wände und der Boden waren total verdreckt und mit Spinnweben verklebt und die Fenster ließen gar kein Licht mehr herein. Nachdem die Wände und der Boden gestrichen und die Fenster gesäubert wurden – ein großes Dankeschön an Lukas, Albrecht und Benjamin!! – richteten wir den Raum so ein, dass er nicht nur als Lager, sondern auch als kleine smart Home Testwohnung dienen kann. Die Regale für unsere ganzen Geräte haben wir nämlich so aufgestellt, dass es verschiedene Nischen gibt, die unterschiedliche Räume einer Wohnung simulieren: eine Küchenzeile, ein Badezimmer, einen Arbeits- und einen Wohnzimmerbereich. Klar, es ist etwas beengt und braucht auch ein wenig Fantasie, um sich das alles so vorzustellen aber für unsere Zwecke reicht es aus.

Wofür ein Smart Home Labor?

Bisher haben wir jedes unserer Geräte einzeln betrachtet und getestet. In den letzten Wochen haben wir aber damit begonnen verschiedene Geräte miteinander zu verknüpfen bzw. Automationen damit zu erstellen.

Smarten Geräten liegt es einfach im Blut, sich miteinander zu verknüpfen, was wunderbare Möglichkeiten bietet unterschiedliche Szenarien zu erstellen. Zum Beispiel:

Es ist früher Morgen und der Wecker klingelt. Man wacht auf und begrüßt seinen Sprachassistenten mit einem: „Alexa, guten Morgen“, woraufhin sich die Rollos nach oben bewegen, Musik anfängt zu spielen und sich die Kaffeemaschine einschaltet. Während man langsam aufsteht und sich den fertigen Kaffee eingießt, lässt man sich von Alexa den Wetterbericht und die Nachrichten vorlesen und bittet sie, heute anstehende Termine oder Aufgaben zu nennen. Verlässt man das Haus mit einem „Alexa, Tschüss“ werden sämtliche Geräte ausgeschaltet, sodass man sich keine Sorgen machen muss, ob man versehentlich Lampen, die Kaffeemaschine oder sonstige Geräte vergessen hat, auszuschalten.

In dieser Art lassen sich endlos Szenarien zusammenstellen. Man nennt diese auch use cases (Anwendungsfälle), die man ganz individuell auf die Bedürfnisse und Wünsche jeder Person abstimmen kann.

Alles braucht seine Zeit

Was sich jetzt so locker und fließend lesen lässt, ist aber leider nicht in ein paar Minuten eingerichtet. Man benötigt schon etwas Zeit, die unterschiedlichen Geräte miteinander zu verknüpfen und so zu programmieren, dass alles auch miteinander und zur richtigen Zeit passiert. Und neben der Zeit braucht man auch etwas Ruhe zum Experimentieren und einen passenden Raum. Und den haben wir nun im Keller gefunden. Hier stört uns niemand und wir stören auch niemanden und die Geräte liegen auch nicht mehr in allen Ecken herum, sondern stehen alle schön beieinander. Ideal für unsere Zwecke.

Bedienerfreundlich, nützlich und barrierearm sollte ein Smart Home sein

Und so findet man uns, wenn es uns die Zeit erlaubt, im Keller tüftelnd über Smartphones, Smart Home Systemen und Geräten gebeugt, um so viele Szenarien wie möglich auszuprobieren und zu testen. Und wenn wir es geschafft haben, eins für die Bedürfnisse unserer Projektteilnehmenden zu erstellen, geben wir es zum Testen in die jeweilige Einrichtung. Denn ob wir alles bedacht haben und unser Konstrukt auch wirklich funktioniert, Hilfestellung leistet und dem jeweiligen Menschen nutzt, erkennen wir erst, wenn dieser auch ohne Probleme damit zurechtkommt, sein Alltag damit erleichtert wird und er weniger oder vielleicht gar nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen ist.

Regalbrett mit Smart Home Technik für Beleuchtung und Heizungssteuerung

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