Als wir im August unsere Infoveranstaltung hatten, wurde bei der Frage, in welchem Lebensbereich die einzelnen Teilnehmer*innen ihren Unterstützungsbedarf sehen, auch der Bereich Haushalt genannt. Und neben dem Wunsch nach technischer Unterstützung beim Reinigen der Wohnung, z. B. mithilfe von Saug- und Wischrobotern, war auch das Interesse an Geräten, die einem das Schneiden, Abwiegen, Messen und Zubereiten von Speisen erleichtern, sehr groß. Recht schnell brachte eine der Teilnehmerinnen den Thermomix ins Spiel. Manche hatten von diesem Gerät schon gehört und wussten wage etwas damit anzufangen, manchen war es aber noch gänzlich unbekannt. Wir beschrieben und erklärten die Funktionen und das Können eines Thermomix, so gut wir konnten, erwähnten dabei aber auch gleich, dass dieses Gerät den Umfang unseres für Geräteanschaffung zur Verfügung stehenden Budgets sprengen würde…..

Doch das Gerät ließ uns nicht mehr los. Gab es da nicht vielleicht eine Alternative? Ein Gerät mit ähnlichen Funktionen und dabei eventuell preiswerter? Wir recherchierten und tatsächlich: Im Netz gab es Berichte über Geräte, die versuchen, es mit dem Können eines Thermomix aufzunehmen und die für ihre Anschaffung den Käufer nicht so tief ins Portemonnaie greifen lassen. Drei Geräte stachen besonders hervor: „Monsieur Cuisine“ von Lidl sowie QUIGG und Ambiano, beides Thermomix-Klone von Aldi Nord bzw. Aldi Süd. Da es „Monsieur Cuisine édition plus“, im Gegensatz zu den Aldi Geräten, die nur hin und wieder in den Filialen angeboten werden, online zu kaufen gibt, haben wir uns das Gerät von Lidl ins Haus kommen lassen.

Die Bestandteile der Küchenmaschine "Monsieur Cuisine"Der Lieferumfang umfasst einen 2,2-l-Edelstahl-Mixbehälter, einen Deckel mit Einfüllöffnung und Messbecher, einen Dampfgarauf- und einsatz, einen Einsatz zum Kochen, einen Messer- und Rühraufsatz, einen Spatel sowie ein Kochbuch. Mit dem Gerät lassen sich drei Automatikprogramme einstellen: Kneten, Dampfgaren, Anbraten. Es enthält eine integrierte Küchenwaage, die bis 5kg wiegt und eine Zuwiegefunktion (TARA) besitzt. Es gibt drei Drehknöpfe, mit denen sich die Zeit, die Geschwindigkeit (Stufen 1-10) sowie die Temperatur einstellen lässt. Weiterhin gibt es einen Linkslauf zum Kneten von Teigen und Rühren von Suppen sowie einen 90 Minuten Timer. Das komplette Zubehör ist spülmaschinengeeignet und frei von BPA – also Weichmachern.

Das mitgelieferte Kochbuch für die Küchenmaschine ist knapp 200 Seiten dick und enthält neben den Rezepten wichtige Hinweise zum Buch, Erklärungen bezüglich der Symbole und Abkürzungen, die in den Rezepten Verwendung finden, einen kurzen Überblick über die Funktionen des Geräts, gespickt mit Tipps und Hinweisen dazu. Eine ausführlichere Erklärung aller Funktionen kann man der Gebrauchsanleitung entnehmen, die dem Gerät beiliegt. Die Rezepte des Buches reichen von Grundrezepten, Saucen, Suppen, Salate, Beilagen und Snacks über Hauptgerichte mit Fleisch, Fisch und Gemüse bis zu Babybreie, Getränke, Smoothies, Desserts und Süßspeisen. Das Backen von süßen und herzhaften Speisen wird in einem eigenen Kapitel beschrieben – wobei hierzu ein Backofen notwendig ist. Monsieur Cuisine übernimmt „nur“ die Zubereitung des Teigs.

Schlägt man das Buch auf, wird man gleich zu Beginn in der Welt von Monsieur Cuisine willkommen geheißen! Wir lesen, dass stundenlanges Schnippeln und ständiges Rühren der Vergangenheit angehören und wir dank der vielen praktischen Funktionen, die Monsieur Cuisine in sich vereint, fortan bei den meisten Küchenarbeiten unterstützt werden. Er kann nicht nur zerkleinern, rühren, pürieren, mixen und schlagen, sondern auch kochen, dünsten und dampfgaren. Er ersetzt eine Vielzahl von Küchengeräten und das spart nicht nur Geld, sondern auch Platz in der Küche – so die Einleitung. Die Rezepte selbst sind so aufgebaut, wie man dies aus den meisten Kochbüchern kennt: Überschrift, eine Zutatenliste und eine genaue Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte. „Monsieur Cuisine“ eignet sich laut Hersteller für Kochanfänger gleichermaßen wie für Hobbyköche. Zu Beginn wird uns noch ein Tipp mit auf den Weg des Kochens gegeben, nämlich: man solle sich erstmal an den Rezepten orientieren, um später, nach Lust und Laune seine/ihre Lieblingsgerichte und –kuchen zu variieren.

Olivenöl wird in den Mixbehälter zu den zerkleinerten Zutaten gegebenSoviel zur Theorie. Wir machten einen ersten Praxistest in unserem Büro. Herausgesucht haben wir uns eine Lauch-Käse-Suppe mit Hackfleisch sowie einen Stracciatella-Quark mit Himbeeren. Die Zubereitungszeit für die Suppe war mit 10 Minuten veranschlagt. Fertig sollte die sie in einer knappen halben Stunde sein. Dies kam ungefähr hin. In einem ersten Schritt sollten der Lauch und die Zwiebeln in grobe Stücke bzw. Viertel geschnitten und dann im Mixbehälter zerkleinert werden. Wir waren überrascht, wie fein die Stücke zerkleinert wurden. Es war fast schon cremig. Von Hand hätte man hier sehr lange gebraucht, um dieses Resultat hinzubekommen. Mit etwas Öl wurde das Ganze geschmort, bevor das Hackfleisch hinzugefügt wurde, um 5 Minuten anzubraten. Mit Salz und Pfeffer gewürzt, sowie unter Zugabe heißer Gemüsebrühe und Lauch-Ringen, köchelte alles für weitere 5 Minuten im Mixbehälter. Zum Schluss gaben wir den Kräuterschmelzkäse hinzu, der für 5 Minuten in der Suppe vor sich hinschmelzen sollte. Mit Salz und Pfeffer nochmals abgeschmeckt, servierten wir unser erstes mit der Küchenmaschine zubereitetes Gericht und kamen zu dem Schluss, dass es nicht nur leicht und schnell in der Zubereitung war, sondern darüber hinaus auch noch sehr lecker schmeckte! Das Dessert war ähnlich leicht zuzubereiten. Die Schokolade wurde in grobe Stücke gebrochen, die die Maschine sehr schön klein hackte. Alle weiteren Zutaten wurden einfach Stracciatella Quark mit Himbeeren im Desserglashinzugefügt, glattgerührt, fertig. Der Quark wurde auf Schälchen verteilt, die Himbeeren wurden darauf verteilt und das Ganze wurde abschließend mit Schokolade bestreut. Das Dessert war rasch zubereitet und stand der Suppe in Sachen Geschmack in nichts nach. Zugegeben – es waren einfache Rezepte, die nicht viele Arbeitsschritte beinhalteten und was die Zubereitung des Desserts anging – außer für das Zerkleinern der Schokolade, hätte man nicht unbedingt eine solche Küchenmaschine gebraucht. Trotzdem, dass alles mit einer Maschine abgewogen, zerkleinert und zubereitet werden kann, hat schon was für sich.

Bis hierhin war also erstmal alles top. Doch was die Rezepte angeht, so wird das Gerät auch damit beworben, dass es eine eigene Monsieur Cuisine App sowohl für android also auch für iOS gibt. Beschrieben wird die App als maßgeschneiderten Begleiter für Monsieur Cuisine, die hunderte, tolle Rezepte mit praktischen Schritt-für-Schritt Anleitungen bietet, die auch offline genutzt werden können. Darüber hinaus kann man Einkaufslisten damit erstellen und Favoriten speichern. Wir haben uns die App heruntergeladen und nachdem wir uns ein eigenes Login eingerichtet haben, hielt sich unsere Begeisterung in Grenzen. Die Rezepte sind leider nicht nach Kategorien, wie Suppen, Salate, Nudelgerichte etc., aufgeführt. Das heißt, wenn man Spaghetti kochen möchte, kann man nicht unter Nudelgerichte nachschauen, sondern muss in der Suchleiste Spaghetti eingeben. Daraufhin bekommt man dann etwa 20 Rezepte angezeigt. Das geht ja noch. Gibt man aber z. B. Kartoffeln ein, werden über 200! Rezepte präsentiert. Man muss sich dann also durch die Rezepte scrollen, in der Hoffnung, dass man unter den ersten 10 – 20 Rezepten eins findet, das einem zusagt. Sonst verbringt man am Ende die Zeit, die man beim Kochen mit Monsieur Cuisine einspart damit, ein passendes Rezept zu suchen. Hat man ein schönes Rezept gefunden, kann man das eigentlich als Favorit abspeichern. Dies ist mir mal gelungen, mal aber auch nicht. Nach welcher Lust und Laune die App das Rezept mal abspeichert und mal nicht, ist mir unklar. Außerdem soll man dann auch die Einkaufsliste angezeigt bekommen. Aber auch das klappte nicht immer. Viel mehr Erfolg hatte ich, als ich mich auf der Internetseite von Monsieur Cuisine eingeloggt habe. Hier funktioniert das Abspeichern wunderbar. Hier fand ich auch plötzlich die Rezepte, die ich auf meinem Smartphone in der App abgespeichert habe, dort aber nicht als Favorit angezeigt bekam. Hmmmm……. Mal schauen. Vielleicht gelingt es ja einem unserer Projektteilnehmer*innen hier Licht ins Dunkel zu bringen.

Vorläufiges Fazit: Die App macht keinen Spaß. Die Internetseite schon mehr. Das Kochen mit Monsieur Cuisine auf jeden Fall.

Alle Zutaten für die Suppe und das Dessert stehen auf dem Tisch

 

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